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Flughafen Berlin Brandenburg BER

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+ einfache Online Buchung der Flughafentour
– technische Probleme, nicht in Betrieb, keine besondere Architektur, schlechte Anbindung an die Innenstadt, Nachtflugverbot, Kosten für Steuerzahler, nur ein A380 Flugsteig

Der Flughafen Berlin Brandenburg BER mit dem Beinamen „Willy Brandt“ befindet sich noch in der Planung und der Bauphase. Er soll die beliebten Flughäfen Tegel TXL und Schönefeld SXF in Zukunft ersetzen. Der Eröffnungstermin hat sich leider immer wieder verschoben, vielleicht wird das Projekt auch nie erfolgreich beendet. Ein Besuch vom Infotower (droht seit Juni 2016 Abriss!) oder Rückbau des gesamten Flughafens wäre wohl die beste Lösung für dieses Prestigeprojekt.

Baubeginn

Der tatsächliche und vielleicht auch pünktliche Baubeginn mit dem ersten Spatenstich war am 05.09.2006 wo sogar schon Herr Mehdorn mit zupackte. Er war damals Vorstandschef der Deutschen Bahn AG und die ist ja mit dem Bahnanschluss an dem Flughafen mit beteiligt. Die geplante Baukosten lagen bei 2000 Millionen Euro plus Zinsen.

Ankündigung Eröffnung

Seit Ende Januar 2013 ist die Situation noch bizarrer, es werden Termine angekündigt wo dann der Eröffnungstermin bekanntgegeben werden soll. Die Probleme sind so schwerwiegend das keiner von den Verantwortlichen mehr einschätzen kann wieviel Zeit für eine Fertigstellung benötigt wird. Im August 2013 sollte dann ein wieder verbindlicher Eröffnungstermin genannt werden, daraus wurde nichts.
Im Oktober 2014 musste der Termin für Dezember 2014 erneut abgesagt werden, vor Herbst 2016 ist auf keinen Fall mit einer Eröffnung zu rechnen.
Im Dezember 2014 konnte ein Zeitraum Juni bis September 2017 für eine mögliche Eröffnung genannt werden.
Im Juli 2015 ist man noch voller Zuversicht das im zweiten Halbjahr 2017 eröffnet werden kann, aber schon im November 2015 wurde der Flughafenchef Karsten Mühlenfeld wieder vorsichtiger und kündigte die Bekanntgabe für den Eröffnungstermin im Frühjahr 2016 an. Ich freue mich schon jetzt (November 2015) auf die Pressekonferenz im Frühjahr 2016, der Eröffnungstermin ist ja auch für die Fluggesellschaften interessant.
Im Juni 2016 wurden Stimmen laut nachdem der Termin 2017 nicht zu halten wäre, es wurde jahrlang versäumt sich um den Rauchabzug im Terminalgeschoss über dem unterirdischen Flughafenbahnhof zu kümmern, vermutlich ein kleines Abstimmungsproblem.
Im Juni 2016 wurde wieder ein Termin für die Ankündigung der Eröffnung bekannt, diesmal wird es im Oktober 2016 nach der Wahl des Berliner Senats so weit sein.
Im Februar 2017 hatte der Verkehrsstaatssekretär des Bundes, Rainer Bomba gesagt das er eine Inbetriebnahme im nächsten Jahr, also 2018 für möglich halte. Es ist jetzt die fünfte Verschiebung des Eröffnungstermines und genau festlegen kann sich niemand.

Eröffnung

Es gibt seit Jahren Eröffnungstermine die verbindlich genannt, aber dann doch nicht eingehalten werden können, hier eine Übersicht.
30. Oktober 2011 3. Juni 201217. März 201327. Oktober 2013Herbst 2014 März 2015Herbst 2017November 2017

Die Eröffnung ist vielleicht im Jahr 2015 oder später, Zitat vom Technik Chef Horst Amann:„14 ist eine gute Nummer, aber festlegen kann ich mich jetzt darauf nicht“. Der letzte bekannte Termin am 27. Oktober 2013 wurde Anfang Januar 2013 rechtzeitig zurückgenommen. Der ehemals geplante Termine konnten nicht eingehalten werden.

Die Internetseite von der Fluggesellschaft transavia.com weiste im Juni 2013 auf folgendes hin:„ Die Eröffnung des neuen Flughafens von Berlin, Berlin Brandenburg, wurde auf den 27. Oktober 2013 verschoben. Bis dahin erfolgen unsere Flüge ab/nach Berlin Tegel.“ Ich konnte die Meldung kaum glauben und befürchte eher, das es versäumt wurde die Airline richtig zu informieren.
Die Eröffnung ist im Herbst 2017 geplant, so die optimistische Aussage von den Verantwortlichen seit Mitte 2015. Es wird wohl eher 2018, obwohl der Flughafenchef Karsten Mühlenfeld im Juni 2016 noch optimistisch war und eine Chance für 2017 sah. Der Optimismus ist im Juli 2016 wieder voll zurückgekehrt, es hat große Fortschritte gegeben

„Nicht–Eröffnung“

Im Januar 2014 konnte der Aufsichtsratchef Klaus Wowereit verkünden, das der Flughafen 2014 NICHT eröffnet wird. Das ist eine klare Ansage, viel besser als ständig Eröffnungstermine an und wieder abzusagen.

Eröffnungsphase

In dem eher unwahrscheinlichen Fall das alle Mängel behoben sind und das die Testabläufe ohne Probleme durchgeführt wurden wird es eine 5 bis 7 Monate lange Startphase geben. In der Zeit soll Tegel noch in Betrieb bleiben und der Umzug wird in Ruhe durchgeführt. Die Kosten um beide Flughäfen zu betreiben sind dabei natürlich wie bei dem gesamten Projekt nicht wichtig. Ein Parallelbetrieb ist bestimmt eine gute Idee, sollte nach dem hektischen Bau doch noch wieder ein paar Probleme auftauchen.

Lage

Der Flughafen liegt südlich von Berlin direkt neben dem Flughafen Schönefeld.

Anreise

Die Anreise geht mit der Regionalbahn / Airport Express RE 7, RB 14 oder RE 9 der alle 15 Minuten vom Berliner Hauptbahnhof in gut einer halben Stunde zum Flughafen fahren soll. Eine ICE Anbindung gibt es nicht und ist auch nicht geplant.

Flughafengebäude und Tower

Das Flughafengebäude hatte ich im Juni 2012 von weitem aus gesehen, ich war in einem germanwings Airbus auf dem Weg nach Stuttgart. Das Gebäude ist ein einfallsloser eckiger Kasten, der Tower macht einen Eindruck wie ein Grenzüberwachungsturm. Die gesamte Anlage ist für 27 Millionen Passagiere pro Jahr ausgelegt.

Luftbildaufnahme Flughafen

Berlin, Deutschland, Flughafen Berlin Brandenburg BER Airport, Luftbildaufnahme Flughafen im August 2014
Luftbildaufnahme Flughafen im August 2014

Im August 2014 bin ich mit airberlin von Madrid MAD nach Tegel TXL geflogen, das Wetter war nicht ganz optimal aber man sieht das imposante Flughafengebäude beim Anflug in Richtung Tegel.

Fluggesellschaften

Die Planungsunsicherheit für die Fluggesellschaften ist erheblich, so stellte Iberia die Flüge im Februar 2013 von Madrid nach Berlin ein. Die Lufthansa® strich im Sommer 2013 einige direkte Verbindungen nach Berlin da Tegel überlastet war und es wurden 2 der 15 Flugzeuge die fest in Berlin stationiert waren abgezogen.

Nachtflugverbot

Die genauen Zeiten vom Nachtflugverbot und die Ausnahmen stehen noch nicht fest, zwischen 0:00 und 5:00 soll ein absolutes Flugverbot gelten. In der Zeit von 22:00 bis Mitternacht und am Morgen von 5:00 bis 6:00 sind eine begrenzte Anzahl an Flügen erlaubt.

Flughafentour Erlebnis BER

Berlin, Deutschland, Flughafen Berlin Brandenburg BER Airport, Flughafentour Erlebnis BER Startpunkt Terminal C Flughafen Schönefeld SXF
Flughafentour Erlebnis BER Startpunkt Terminal C Flughafen Schönefeld SXF

Wenn man die Baustelle von dem Flughafen mal besichtigen möchte kann man eine Flughafentour „Erlebnis BER“ buchen, die werden vom Besucherdienst des Flughafens durchgeführt, dauern 2 Stunden und kosten 10,– € pro Person, Zahlungsmöglichkeiten girocard oder Bargeld. Eine Anmeldung geht direkt online auf der Website, hier ein Überblick.

– Flughafentouren > Erlebnis BER > Terminauswahl auf einem Kalender wird ein gesamter Monat mit den verfügbaren Tagen und verfügbaren Plätzen angezeigt. Meine Auswahl war Dienstag 26.05.2015 12:00
– Eingabe Anrede, Name, Vorname, Geburtsdatum, Straße, Hausnummer, Postleitzahl, Ort, Telefonnummer, e–mail Adresse, optional weitere Teilnehmer, AGB und Datenschutzhinweis akzeptieren.
– Die Daten der Tour, der Preis, die persönlichen Angaben werden angezeigt, weiter mit „Buchung abschließen“
– Man erhält direkt online eine Bestätigung der Buchung mit den Stornierungsbedingungen, die Absage ist kostenlos bis 48 Stunden vor Tourbeginn möglich, ansonsten wird der volle Betrag in Rechnung gestellt.
– Man erhält noch ein e–mail mit allen notwendigen Informationen, ein Ausdruck ist nicht erforderlich aber empfehlenswert.

Die Anfahrt zum Flughafen Schönefeld hatte ich mit dem Mietwagen gemacht, das ist nicht zu empfehlen, besser ist die Anreise mit der S–Bahn. Ich hatte am Bahnhof für nur 2,– € pro Stunde geparkt, von dort ist es nur ein kurzer Wegzum Terminal C. Es gab hier um 12:00 eine kurze Begrüßung und die Tourleiterin begeleitete die 47 Personen starke Gruppe zum Bus. Der Bus fuhr vom Terminal A los Richtung BER GAT Infotower.

GAT Infotower

Berlin, Deutschland, Flughafen Berlin Brandenburg BER Airport, GAT Infotower
GAT Infotower, wettergeschützte Plattform unter der Freiluftplattform

Der GAT Infotower hat noch ein Besucherzentrum mit einer interessanten Ausstellung zum Flughafen. Die gebuchte Tour wurde hier mit Bargeld oder girocard bezahlt, die Wartezeit bis alle fertig waren konnte man mit dem Lesen der Infotafeln überbrücken. Es gab hier auch kostenlos ein Glas Wasser. Die Dame erklärte dann an dem Modell vom Flughafen einige Details, z.B. das der Bahnhof 10 Meter tief ist, das es 25 Fluggastbrücken gibt, die Kapazität bei 28 Millionen Passagieren pro Jahr liegt, 20 000 Koffer pro Stunde verteilt werden können oder das die Größe vom Flughafen 2000 Fußballfeldern entspricht.

Berlin, Deutschland, Flughafen Berlin Brandenburg BER Airport, Blick vom GAT Infotower auf ein Parkhaus und das Flughafengebäude
Blick vom GAT Infotower auf ein Parkhaus und das Flughafengebäude

Der Aufgang zum Turm startet um 12:40, da der Fahrstuhl defekt war ging es über 171 Stufen der Wendeltreppe bis auf die freie Aussichtsplattform auf 32 Meter. Der Blick von hier war Richtung Flughafengebäude ganz gut, die Pläne und Beschreibungen der einzelnen Abschitte waren ebenfalls kar und deutlich. Der Info Tower ist von März bis Oktober von 10:00 bis 18:00 und von November bis Februar von 10:00 bis 16:00 geöffnet, eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt kostet 2,– €.

Im Juni 2016 wurde bekannt, das der GAT Infotower saniert werden müsste, das sich aber aus unternehmerischer Sicht nicht lohnen würde. Der Abriss soll innerhalb von ein paar Wochen passieren.

BER Fan Shop

Der BER Fan Shop befindet sich im Besucherzentrum, er ist jederzeit frei zugänglich. Es gibt ein paar Andenken für den Flughafenfan, hier eine kleine Übersicht der Preise vom Mai 2015.

ProduktPreis € ProduktPreis €
T–Shirt10,– Base cap5,–
Stoffbeutel1,50 Umhängetasche18,–
Wasserball3,– Regenschirm20,–

Check–In Schalter

Berlin, Deutschland, Flughafen Berlin Brandenburg BER Airport, Check–In oder Gepäckabgabe Schalter
Check–In oder Gepäckabgabe Schalter

Die Fahrt im Bus startete dann vom Infotower zum Abflugbereich, hier ging es vom Bus in die voll beheizte Halle. Ich würde die Temperatur auf 22 Grad innen und 16 Grad außen schätzen, ein Sinnbild für die Verschwendungssucht der Bauherren. Ich kenne keine Baustelle die im Frühjahr beheizt wird, bei körperlichen Arbeiten ist das auch völlig überflüssig. Es gab hier tatsächlich Bauarbeiter die irgendetwas machten. Der Gang ging vorbei an den wenigen Check–In Reihen, den wenigen Aufzügen in die untere Ebene. Die zu kurz geplante und nachträglich veränderte Rolltreppe zum Tiefbahnhof konnte man nur von oben sehen. Die zu kurzen Rolltreppen muss man sich einfach mal in der Praxis vorstellen, man kommt mit der Bahn an, rollt die 20 kg bis 30 kg schweren Rollkoffer hinterher, fährt die erste Strecke hinauf ins Terminal und steht dann auf einer Zwischenebene vor einer Treppe. Unglaublich!

Rauchabzug und Brandschutz

Der Hauptgrund für die verweigerte Abnahme ist die nicht funktionierende Rauchabzugsanlage, es gibt 18 000 Lüftungsklappen die gesteuert werden müssen. Der Rauch soll hier aus architektonischen Gründen nicht nach oben sondern zur Seite abgeführt werden, damit die Ansicht des Daches vom Flugzeug aus nicht gestört ist.
Im September 2015 hat man festgestellt das 600 Brandschutzwände aus Gasbetonsteinen gebaut wurden, die müssen eingerissen werden und mit für Brandschutzwänden zulässigen Steinen neu gebaut werden. Dieser Fehler vom Architekten kann doch eigentlich noch nicht einmal einen Hochschulabsolventen passieren, vermutlich war es auch kein Fehler sondern einfach nur billiger. Im November 2015 wurde aber bekannt, das die Brandschutz Fachleute zum großen Teil gar keinen Nachweis über ihre Qualifikation hatten und somit die Planung gar nicht hätten durchführen können.
Im Oktober 2016 wurde ein Bauantrag genehmigt damit mit dem fünften Nachtrag Änderungen bei der Entrauchungsanlage gemacht werden können und das System dann voraussichtlich einmal funktionieren wird. Die Theorie wurde ausführlich in 66 Aktenordnern festgehalten, daran erkennt auch der Laie wie komplex so eine Anlage ist. Die Sache wird bestimmt nicht abgeschlossen sein, es wird schon an der sechsten Nachtragsänderung gearbeitet und letztlich muss es in der Realität getestet werden.

Unterirdischer Bahnhof und Brandschutz

Es gibt einen „Planungsfehler“ beim unterirdischen Bahnhof, der keine Türen zum Flughafengebäude hat. Es soll angeblich weltweit kein Flughafengebäude geben wo es so eine Trennung nicht gibt. Ein wirkliches Brandschutzkonzept könnte schon Ende 2019 vorliegen, das wurde im Juli 2016 versprochen, an den Zeitspannen sieht man schon als Laie wie komplex so eine Anlage ist. Im Juni 2016 gab es einen Beschluss das man einfach die Kapazität verringert damit der Bahnhof zur Flughafeneröffnung genutzt werden kann. Es dürfen dann nur 4 Züge statt 5 Züge gleichzeitig fahren, trotzdem sinkt die Kapazität des Terminals nicht, erstaunlich, vermutlich müssen die Züge einfach länger sein.

Transrapid

Die Anbindung an den Flughafen könnte mit einer Magnetschwebebahn verbessert werden, das meint der Baukonzern Max Bögl der schon die Trassen in Shanghai, China geplant hat und somit auch Kompetenz besitzt. Der Transrapid ist für den extrem hohen Stromverbrauch und seiner Unwirtschaftlichkeit bekannt, in München, Deutschland wurde das sinnlose Projekt zum Glück noch gestoppt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Transrapid

Terminal Abflug Außenbereich

Berlin, Deutschland, Flughafen Berlin Brandenburg BER Airport, Terminal Abflug Außenbereich
Terminal Abflug Außenbereich

Der Gang längs durch die Abfertigungshalle führte dann wieder zu dem vorgefahrenden Bus, jetzt ging es auf das Vorfeld wo es einen Halt an einem A380 Flugsteig gab. Das besondere daran waren runden Lampenkugeln darum die in den entsprechenden Farbe der Fluglinie beleuchtet werden können. Es kann hier nur ein Airbus A380–800 abgefertigt werden.

Fluggastbrücke

Berlin, Deutschland, Flughafen Berlin Brandenburg BER Airport, Fluggastbrücke
Fluggastbrücke

Die Fluggastbrücken sehen ohne Fenster oder Glasverkleidungen veraltet aus, immerhin spart das Gewicht. Es gibt für die Low Budget Fluggesellschaften am 350 Meter langen Nordpier auch Außenpositionen wo man ganz normal über eine Treppe ins Flugzeug einsteigt. Die Fahrt ging dann mit dem Bus wieder zurück zum Startpunkt Flughafen Schönefeld Terminal A und war nach zwei Stunden zu Ende.

Regierungsterminal

Die Staatsgäste werden voraussichtlich ab 2022 an einem Regierungsterminal in das Erlebnis Großflughafen BER kommen.

Innovationen

Es gibt hier bei dem Flughafen keine Innovationen und auch keine Solaranlage die ja auf den großen Flachdächern gut Platz gefunden hatte.

Anfahrt mit dem PKW

Berlin, Deutschland, Flughafen Berlin Brandenburg BER Airport, Hinweisschilder Ankunft und Abflug
Hinweisschilder Ankunft und Abflug

Die Anfahrt mit dem PKW ist möglich, nach der Flughafentour Erlebnis BER bin ich mit dem Mietwagen nochmal zum Flughafen gefahren und hatte unten vor dem Ankunftbereich geparkt. Das Parken ist absolut kostenlos, auch in einem der Parkhäuser mit 10 000 Stellplätzen.

Geschäfte und Restaurants

Die modernen Flughäfen weltweit sehen heute meist eher aus wie Shopping Malls wo auch Flugzeuge ankommen, die ganzen Geschäfte und Restaurants sind natürlich auch reine Investitionsruinen. Heinemann ein „Duty Free Händler“ hatte hier für 3 Millionen Euro schon Ladeneinrichtung eingebaut und 70 Mitarbeiter eingestellt.

Gate Das Airport Magazin

Berlin, Deutschland, Flughafen Berlin Brandenburg BER Airport, Gate Das Airport Magazin
Gate Das Airport Magazin

Das kostenlose Flughafen Magazin nennt sich Gate und informiert im A 4 Format auf 36 Seiten über die Neuigkeiten auf dem Flughafen. Das Heft wurde sehr schön und übersichtlich gestaltet. In der Ausgabe Nummer 66 Frühjahr 2012 war im Vorwort vom Flughafenchef Prof. Dr. Rainer Schwarz folgendes zu lesen:„Am 3. Juni geht der Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt in Betreib.“. In der Ausgabe 67 Herbst 2012 war im Vorwort vom Flughafenchef Prof. Dr. Rainer Schwarz folgendes zu lesen:„die Verschiebung der Eröffnung des Flughafes Berlin Brandenburg Willy Brandt und die damit verbundenen Folgen für die Passagiere, Fluggesellschaften und andere Unternehmen bestimmen nach wie vor unseren Alltag.“.

Qualitätsmängel

Die Mängel beschränken sich nicht nur auf die Brandschutzanlagen und den Rauchabzug. Im Februar 2013 konnte man der Presse entnehmen das über 20000 Mängel an dem Bau entdeckt und kategorisiert wurden. Ich bin entsetzt denn eigentlich sollte es nach DIN EN ISO 9001 ein optimales Qualitätsmanagement bei jeder Firma geben. Es gibt viele qualifizierte Unternehmen wie QM–Krause die solche Dienste anbieten.
http://www.iso-9001-audit.de

Flughafenchef bis Januar 2013

Im Januar 2013 hatte Prof. Dr. Rainer Schwarz eine fristlose Kündigung erhalten, pflichtgemäß sein Dienstzimmer geräumt und den Betrieb verlassen. Die Arbeitsleistung genügte wohl nicht um die anspruchsvolle Aufgabe der Flughafenleitung würdevoll zu erfüllen. Er war stets bemüht den Flughafen erfolgreich zu eröffnen und hat seinen Posten nicht freiwillig aufgegeben. Im September 2013 reichte er deshalb auch Klage beim Berliner Landgericht ein, um Bezüge bis 2016 in Höhe von rund 1,7 Millionen Euro zu sichern, die ihm inklusive Altersversorgung zugestanden hätten. Das geringe Monatsgehalt von 28 000,– € reicht in Deutschland auch gerade aus um einen menschenwürdigen Lebensunterhalt zu bestreiten, da er als Arbeitsloser auch keinen Dienstwagen hat ist er auch auf einen Privat PKW oder den öffentlichen Nahverkehr angewiesen. Ich habe Verständnis für die Forderungen und hoffe, das der Arbeitnehmerschutz vor den wirtschaftlichen Interessen der Allgemeinheit und der Steuerzahler gestellt wird. Im Oktober 2014 wurden ihm vom Landgericht Berlin dann über 1 Million zugesprochen, da die Kündigung unwirksam war. Im Dezember 2014 wurde der Luftfahrtexperte Geschäftsführer des Flughafens Rostock–Laage, mein Glückwunsch und viel Erfolg!
http://www.rostock-airport.de

Flughafenchef ab März 2013 bis Juni 2015

Die Nachfolge wurde im März 2013 mit Hartmut Mehdorn bekanntgegeben, der ehemalige airberlin Manager hat viel Erfahrung in der Luftfahrtbranche, Deutschen Bahn u.s.w. Er wurde 1942 geboren und ist trotz des hohen Alters mit über 70 Jahren noch für eine 60 bis 80 Stunden Arbeitswoche körperlich fit. Im Oktober 2013 kamen noch die Aufgaben vom abgesetzten Technikchef hinzu. Es ist anzunehmen, das die Arbeitsbelastung doch zu hoch ist, eine Eröffnung ist immer noch nicht in Sicht.
Im Februar 2014 wurde die Bauleiterin nach einem halben Jahr entlassen (genuer gesagt der Vertrag wurde nicht verlängert) und durch einen neuen Bauingenieur ersetzt, ich war überrascht das Herr Mehdorn diese Aufgabe nicht auch noch mit übernommen hatte. Nur kurze Zeit später musste auch der geplante Testbetrieb im Jahr 2014 abgesagt werden.
Im Dezember 2014 hatte Herr Mehdorn seinen Rücktritt zum Juni 2015 bekannt gegeben, trotz seiner hervorragenden Arbeit und extrem hohen Fachkenntnisse in allen erdenklichen Bereichen reichte es nicht den Pannenflughafen schnell und problemlos zum Erfolg zu führen. Der Top Manager hat natürlich auch Resourcen externer Berater genutzt, aber selbst das reichte wohl letztlich nicht aus. Mein Respekt auch vor der Leistung des 72 jährigen, der ja auch als Aufsichtsrat bei SAP, der russischen Bahn und dem Logistikunternehmen Fiege tätig ist.

Flughafenchef ab Juni 2015 bis März 2017

Im Februar 2015 wurde der neue Flughafenchef bekanntgegeben, Dr. Karsten Mühlenfeld hat die Unterstützung von den Ländern Berlin und Brandenburg, nicht vom Bund. Ich wünsche viel Erfolg und eine reibungslose Eröffnung des Flughafens Ende 2017. Der Top Manager hatte sehr gute Arbeit geleistet, trotzdem musste er im März 2017 vorzeitig und vor der Fertigstellung des Flughafen seinen Posten aufgeben.

Flughafenchef ab März 2017

Der Berliner Staatsekretär Engelbert Lütke Daldrup wurde im März 2017 als neuer Geschäftsführer der Berliner Flughäfen eingesetzt, ich wünsche dem neuen Flughafenchef alles gute und eine schnelle Fertigstellung des Projektes BER.

Technikchef

Der Technikchef Horst Amann war seit August 2012 im Amt, leider gibt es immer noch erhebliche Probleme, wie im März 2013 wo das Ausschalten von der Beleuchtung im Terminalgebäude nicht funktionierte. Ich kann mir vorstellen, das hier wie dem Anspruch des modernsten Flughafens der Welt folgend hier natürlich alles per Computer gesteuert wird und nicht wie im Haushalt über einen simplen Lichtschalter. Die Systeme müssen hochkomplex sein wenn es nicht möglich ist die Stromzufuhr zu unterbrechen um die Leuchten abzuschalten, wahrscheinlich gibt es eine Notbeleuchtung die dann automatisch aktiviert wird.
Im Oktober 2013 wurde der Technikchef Horst Amann abgesetzt und wurde mit der Geschäftsführung der Tochtergesellschaft Flughafen Energie und Wasser GmbH beauftragt, der Posten wird genauso gut bezahlt. Einen Nachfolger für den wichtigen Technikchefposten wird es nicht geben, die Aufgabe wird von Herrn Mehdorn in einer Doppelbelastung mit übernommen.

Der im Jahr 2016 amtierende Technikchef Jörg Marks strotzte im März 2016 vor Selbstbewusstsein und meinte der BER ist im Oktober 2017 fit für die Eröffnung. Das ist aber keine Meldung eines Eröffnungstermins, ein Restrisiko bleibt natürlich immer, auch die Aussage „Dieser Flughafen ist alternativlos“ scheint ja dann wohl doch Zweifel aufkommen zu lassen. Nur ein paar Tage später meldete der „Tagesspiegel“ das der BER Start wohl auf 2018 verschoben werden muss. Der Grund liegt wohl bei den Entrauchungsanlagen die immer noch nicht dem Stand der Technik entsprechen und nachgrüstet werden müssen.

Pressesprecher

Der erste Ende 2015 eingestellte Pressesprecher Daniel Abbou wurde im April 2016 wieder entlassen, er hatte sich in einem Interview mit dem „PR Magazin“ kritisch über die Führung des Flughafens geäußert die es verbockt hätten und Milliarden in den Sand gesetzt hätten. Offen Worte auch zum Eröffnungstermin:„Mein Technikchef hält weiter daran fest, das es eine Chance gibt, 2017 einzuhalten. Und wenn er das glaubt und mir das auch so kommuniziert dann ist es so. Aber kein Politiker, kein Flughafendirektor und kein Mensch, der nicht medikamentenabhängig ist, gibt Ihnen feste Garantien für diesen Flughafen.“ Ehrlich, prägnant und unterhaltsam, leider führt das zu Entlassung, verständlich. Der neue Flughafensprecher Lars Wagner ist bisher diplomatischer und stellt die Ereignisse rund um den Flughafen positiver dar.

Man könnte ein Handbuch mit Übersetzungen herausgegeben, hier ein paar Ideen.
DeutschPressesprecher Formulierung
AbrissRückbau
Kein Geld für BauvorhabenEine Investition lohnt sich aus unternehmerischer Sicht nicht.
Keine Ahnung wie es weitergehen sollDer Aufsichtsrat wird sich mit entsprechenden Gremien beraten und zeitnah einen strategischen Lösungsweg präsentieren.

Baustopp

Der Baustopp ging bis zum Herbst 2013, so lange braucht man erst einmal um die Probleme zu dokumentieren und nach Lösungen zu suchen. Die Bestandsaufnahme hatte eine Liste mit mehr als 60 000 Mängeln.
Im September 2015 gab es erneut einen Baustopp nachdem Probleme bei der Statik des Daches festgestellt wurden. Die Ventilatoren für die Rauchentlüftung wiegen wohl mehr als 4 Tonnen statt der erlaubten 2 Tonnen. In Deutschland sind schon mehrere Flachdächer eingestürzt, man braucht nur einen schneereichen Winter haben und die Dachlast beträgt gleich ein paar Tonnen mehr. Der Baustopp konnte im November 2015 aber wieder aufgehoben werden, irgendwie passten die Gewichte jetzt doch, man kann also beruhigt die Bereiche unter den Lüftern betreten.

Baukosten

Die Baukosten waren mit 2 Milliarden Euro geplant, stiegen aber schnell auf gut 5,4 Milliarden Euro, das sind 5400 Millionen oder 5400 000 000,00 €, erstaunlich wie sich die Stadt Berlin und das Land Brandenburg das leisten können. Es wird natürlich immer darauf geachtet die hart erarbeiteten Steuergelder sinnvoll und mit Bedacht zu investieren. Geld spielt ja grundsätzlich keine Rolle, da Steuereinnahmen ja alles finanzieren können, trotzdem muss der Betreiber auf die EU-Kommission hören und sich den Finanzrahmen bestätigen lassen. Das Projekt soll jetzt 6,9 Milliarden Euro kosten, hoffentlich achtet Brüssel auf den Wettbewerb und begrenzt den Betrag um andere Flughäfen zu schützen.

Unterhaltskosten

Die Unterhaltskosten liegen bei 20 Millionen Euro im Monat, die Beleuchtung ist Tag und Nacht eingeschaltet, Klimaanlagen laufen, das Grundstück muss bewacht werden u.s.w., ein zügiger Abriss würde das Problem lösen.

Korruptionskosten

Die Korruption gehört auch zu einen der großen Kostenfaktoren bei dem Projekt, wenn man bedenkt was an das Tageslicht gekommen ist und wer alles rechtskräftig verurteilt wurde. Technikchef Jochen Großmann 2014 war wohl nur der letzte den man erwischen konnte. Die Transparency Organisation hat mit der Flughafengesellschaft zusammengearbeitet aber im Jahr 2015 dann doch kapituliert, die Probleme vor Ort sind einfach zu groß. Die meisten Firmen sind geschickt und stellen einfach überhöhte und falsche Abrechnungen aus die niemand überprüfen kann, es ist schließlich nicht strafbar zu viel für eine Bau– oder Dienstleistung zu zahlen.
Im Juli 2015 gab es in der Zeit Online einen Bericht über die Anschuldigungen gegenüber der Firma Imtech Deutschland Gmbh & Co. KG die als ausführende Baufirma wohl einige Fehlleistungen erbracht und trotzdem Geld kassiert hat. Die deutsche Imtech hatte im August 2015 einen Insolvenzantrag gestellt, da wird es für die Bauherren schwer werden eine kompetente und leistungsstarke Firma zu finden die übernehmen kann.
http://www.zeit.de http://www.imtech.de
Im August 2015 wurden weitere Vorwürfe wegen zu hoher Nachzahlungen erhoben, die Manager von Bosch, Siemens und T–Systems haben sich wohl zu ungeschickt angestellt und übertrieben. Es gibt tatsächlich eine „Anti-Korruptionsbeauftragte“ der Flughafengesellschaft die solche Betrugsvorwürfe prüfen kann. Die Zahlen sind beeindruckend, allein 22 Millionen € bei Siemens für zusätzliche Leistungen. Die Angelegenheit wird noch schlimmer, so kam im November 2015 heraus das Siemens Rechnungen erstellte und gar keine Leistungen dafür erbrachte. Der Konzern hat aus seiner Vergangenheit nichts gelernt, 2008 wurde die größte Korruptionsgeschichte der deutschen Wirtschaftsgeschichte abgeschlossen, Schaden knapp 3 Milliarden Euro.
https://de.wikipedia.org/wiki/Siemens

Rechnungshof

Die Kontrolle einer Baustelle wird in der Regel von dem Auftraggeber oder einem Vertreter durchgeführt, der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft war mit der verpflichtenden Aufgabe aber wohl überfordert. Der Rechnungshof stellte im Februar 2016 einen Bericht mit 400 Seiten vor wo einige Schwachstellen aufgezeigt wurden, es könnte rein theoretisch auch zu einer Strafverfolgung kommen, wovon aber keiner wirklich ausgehen sollte. Es ist ja grundsätzlich nicht gesetzeswidrig ein schlechtes Geschäft zu machen und für eine Dienstleistung zuviel zu bezahlen.

Insolvenz

Ein privater Bauherr wäre schon längst insolvent, der Staat kann theoretisch unbegrenzt Geld investieren. Die EU könnte eine weitere Finanzierung im Sommer 2016 mit 2200 Millionen Euro nicht genehmigen, da diese staatlichen Gelder den Wettbewerb in Europa verzerren. Diese Finanzaufsicht ist vorbildlich, so wird verhindert das einzelne Staaten mit Gewalt den Wettbewerb verzerren. Leider hatte die EU-Kommission im August 2016 diese milliardenschwere Finanzspritze genehmigt, es gibt keinen Verstoß gegen EU-Beihilfevorschriften. „Die Investitionen erfolgten zu Marktbedingungen und stellten daher keine staatlichen Beihilfen für den Flughafenbetreiber FBB dar“.

Private Investoren

JP Morgan und Macquarie hatten sich 2015 schon für eine Teilprivatisierung des Flughafens stark gemacht, das wäre natürlich ein gutes Geschäft, erst zahlt der Steuerzahler den Irrsinn und wenn der Betrieb dann reibungslos läuft greifen die Banken die Gewinne ab. Die Korruption ist in Deutschland natürlich verboten, aber Lobbyisten könnten es geschickt mit Parteispenden umgehen.

Abriss

Ein Abriss ist offiziell leider noch nicht geplant wird aber wohl die beste Option sein. Es gibt Unternehmen wie Schrott Abriss Thomas Kemke die solche Gewerbe– und Industrieanlagen einer umweltgerechten Entsorgung zuführen.
http://www.schrottabrisse.de

Mahnmal

Ein Mahnmal wäre mir persönlich noch viel lieber, der Bau sollte einfach so wie er jetzt ist stehen bleiben und der Natur überlassen werden. Er könnte auch als Ausstellung für Inkompetenz, Planungsfehler, Größenwahnsinn u.s.w. dienen. Die Führungen in kleinen Gruppen mit einer Basisschutzausrüstung wie Helm und Sicherheitsschuhen könnten das langfristig finanzieren.

Verschwörungstheorie

Wer profitiert wenn der Flughafen nicht eröffnet? Wer hat einen großen Schaden wenn der Flughafen nicht eröffnet? Mit dem Gedankenansatz kommt man schnell darauf, die größten Flughäfen in Deutschland Frankfurt / am Main, München und Düsseldorf dürften sich freuen wenn der Wettbewerber nicht starten kann. Die Lufthansa® hat zwei große Drehkreuze in FRA und MUC und ein kleines in DUS und dürfte somit auch profitieren. Jetzt kann man noch die Frage der Eigentümer stellen und es würde einen Sinn machen. Wem schadet die Eröffnung? Berlin und airberlin, wobei der Schaden für airberlin größer sein dürfte, das geplante Drehkreuz in Berlin kann airberlin in Tegel kaum vernünftig aufbauen, der Flughafen wurde nie für Umsteigeverbindungen ausgelegt. Das kleine airberlin Drehkreuz in Düsseldorf ist nicht groß genug und auch zu dicht an Berlin sein, letztlich würde sich wohl für airberlin nur ein Drehkreuz rechnen und das müsste perfekt laufen.

Umzug

Die Betreiber planten im November 2015 schon den Umzug von Tegel TXL und Schönefeld SXF für das zweite Halbjahr 2017, das soll innerhalb von nur 4 Wochen klappen.

Kontakt

Flughafen Berlin Brandenburg
Besucherdienst
Telefon +49 30 6091 77770 Montag bis Freitag 10:00 bis 15:00
Telefax +49 30 6091 77773
e–mail über ein Kontaktformular auf der Website

Internet

http://www.berlin-airport.de http://m.berlin-airport.de

Fazit

Der Flughafen ist nicht zu gebrauchen, auch wenn er vielleicht einmal öffnen sollte sind meine Erwartungen sehr niedrig. Ich hoffe das Tegel nicht geschlossen wird, der BER ist eine komplette Fehlplanung. Der Standort ist eine Fehlentscheidung und ein moderner Flughafen braucht einen ICE Anschluss um möglichst viele Fluggäste aus dem weiteren Umland zu gewinnen. Die Flughafentour ist sehr empfehlenswert, so bekommt man einen Einblick in das Chaos, auch die Anreise mit dem Mietwagen ist zu empfehlen um diesen Bau selbst vor Ort zu sehen.