Stuttgart

Mercedes–Benz Museum

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Stuttgart, Mercedes–Benz Museum
+ Preis, sehr gutes Museum, Parkplätze kostenlos, Anreise öffentlicher Nahverkehr, kostenloser Audioguide, sehr viele PKW, LKW, Busse, Fotografieren erlaubt
– wichtige Fahrzeuge wie die A Klasse fehlen, Shop sehr teuer, Außenansicht vom Museum

Das Mercedes–Benz Museum in Stuttgart zeigt die komplette Firmengeschichte von 1886 bis heute in einem eindrucksvollem Gebäude. Der Zeitgeist der Jahrhunderte findet sich hier Dank geschichtlicher Erklärung, so ist das erste Exponat auch ein Pferd und kein Auto. Die Ausstellung ist auch für Personen zu empfehlen die sich weniger für Autos interessieren. Ich hatte im Juli 2015 mir das Museum kritisch angesehen und hoffe meine Hinweise dazu und dem Museum Shop sind hilfreich, alle Tipps zum Besuch übersichtlich der Reihe nach.

Lage

Stuttgart, Deutschland, Mercedes–Benz Museum, Außenansicht
Außenansicht

Die Museum liegt nur wenige Kilometer vom Stadtzentrum im Stadtteil Bad Cannstatt in unmittelbarer Nähe der Cannstatter Wasen. Das bedrohlich wirkenden Gebäude macht auf mich den Eindruck einer Trutzburg, den Haupteingang erreicht man von der Straße aus nach dem Anstieg über Treppen oder der schrägen Fläche. Ich vermute die Architekten haben sich dabei schon etwas gedacht um so Ehrfurcht bei den Besuchern zu erzeugen.

Öffnungszeiten

Die Öffnungszeiten sind von Dienstag bis Sonntag 9:00 bis 18:00, eine Anmeldung ist für Gruppen möglich aber wohl nicht erforderlich.

Anreise

Die Anreise geht am einfachsten mit der S–Bahn Linie 1, die nächste Station nennt sich „Neckarpark (Stadion)“ von dort sind es ein paar hundert Meter zu Fuß, der Weg ist ausgeschildert und man braucht gut 10 Minuten.

Anreise Mietwagen

Die Anreise mit dem Mietwagen ist denkbar einfach, man gibt in das Navigationsgerät den POI Point of Interest oder die Anschrift „Mercedesstraße 100, 70372 Stuttgart“ ein. Es gibt direkt an der Straße kostenlose Parkplätze.

Preis

8,– €, man kann einen Gutschein mit 25 % Rabatt bei der Besichtigung der Mercedes–Benz Arena bekommen, somit spart man 2,– Euro und zahlt nur noch 6,– €.

Informationen

Man erhält direkt vor Ort einen Museumswegweiser, das kleine Faltblatt ist wirklich informativ und begleitet einen durch die Ausstellung. Die Exponate selbst sind auf Deutsch und Englisch beschrieben und die technischen Daten sind ausführlich dargestellt. Eine Art Zeitlinie mit Ereignissen in der Geschichte findet man zwischen den Ausstellungsbereichen, das wurde hervorragend gemacht, man versteht so die Fahrzeuge in den jeweiligen Epochen wesentlich besser.

Eingangshalle

Stuttgart, Deutschland, Mercedes–Benz Museum, Eingangshalle mit Aufzug
Eingangshalle mit Aufzug

Die Einganghalle ist monumental und soll auch diesen Eindruck vermitteln, es geht nach der Kontrolle der Eintrittskarte und Ausgabe von dem Audioguide mit dem Fahrstuhl in die 8. Ebene auf 34 Meter Höhe. Die Ebenen zeigen die zeitlichen Abschnitte, 1886 bis 1900 Pioniere, 1900 bis 1914 Geburt der Marke, 1914 bis 1945 Umbrüche im ersten und zweiten Weltkrieg mit Dieselmotor und Kompressor, 1945 bis 1960 Wirtschaftswunderjahre, 1960 bis 1982 Sicherheit und Umwelt, 1982 bis heute Umweltschutz, Sonderausstellung Silberpfeile.

Erfindung des Automobils

Stuttgart, Deutschland, Mercedes–Benz Museum, der erste Motorwagen
der erste Motorwagen

1886 wurde für dieses dreirädriges Fahrzeug mit Verbrennungsmotor ein Patent erteilt. Der Erfinder Carl Friedrich Benz hat damit das automobile Zeitalter eingeleitet.

Bus

Stuttgart, Deutschland, Mercedes–Benz Museum, Mercedes–Benz O 305 Standard Linienomnibus
Mercedes–Benz O 305 Standard Linienomnibus

Dieser Linienomnibus ist ein wahrer Klassiker der von 1968 bis 1987 gut zwanzig Jahre lang mit 11570 Einheiten produziert wurde, der ausgestellte Wagen hat in 15 Jahren mehr als eine Million Kilometer in Stuttgart zurückgelegt. Der Bus ist natürlich restauriert, aber trotzdem scheint mir die Qualität gut gewesen zu sein. Der 6 Zylinder Diesel mit 11 413 cm³ Hubraum leistete 177 kW bei einer Drehzahl von 2200 min¹.

PKW

Stuttgart, Deutschland, Mercedes–Benz Museum, Mercedes–Benz 300 TD
Mercedes–Benz 300 TD

Der meistgebaute PKW von Mercedes–Benz ist die Baureihe 123 mit verschiedenen Varianten. Die fast 2,7 Millionen Fahrzeuge wurden von Ende 1975 bis Anfang 1986 gebaut, ein langer Produktionszeitraum in der 1977 das erste T–Modell vorgestellt wurde. Es ist meiner Meinung nach der „letzte Mercedes“ mit echter Qualität, die nachfolgenden Modelle wie die E–Klasse konnten nie das zeitlose Design oder die Qualität erreichen. Dieser Wagen ist solide, hochwertig und haltbar, was man auch an den technischen Daten sieht. 300 TD mit 5 Zylinder Diesel mit 2998 cm³ Hubraum leistete 65 kW bei einer Drehzahl von 4400 min¹, die bescheidene Höchstgeschwindigkeit betrug 155 km/h.

Sicherheit

Stuttgart, Deutschland, Mercedes–Benz Museum, Thema Fahrzeugsicherheit
Thema Fahrzeugsicherheit

1970 gab es in der BRD über 19000 Verkehrstote, es bestand also Handlungsbedarf. Erste Hilfe Kurse, Warndreieck, Gurtpflicht und verbesserte Fahrzeugtechnik sollten Abhilfe schaffen. Der Ausstellungsbereich zeigt viele Erfolge der Firma in dem Bereich.

A–Klasse Debakel

Die erste A–Klasse hatte ich in der Ausstellung leider nicht gefunden und auf Nachfrage bekam ich nur die Antwort, das das Fahrzeug sich nicht in der Ausstellung befindet. 1997 kippte die A–Klasse bei einem doppelten Spurwechsel um, der Wagen wurde massiv im Dachbereich beschädigt und der schwedische Tester musste ins Krankenhaus gebracht werden. Die Reaktionen von Mercedes–Benz waren sehr eigenartig und kindlich, hier eine winzige Auswahl.

– Der Tester hat einen Fehler gemacht.
– Die Reifen / Räder / Luftdruck wären Schuld.
– Durch hektische Lenkbewegungen bei hoher Geschwindigkeit ist jedes Auto zum Kippen zu bringen.

Diese Aussagen zeigen deutlich wie das Unternehmen zu ihren Produkten steht, einen Konstruktionsfehler einzugestehen ist nicht möglich, man versucht erst einmal die Schuld anderen zuzuweisen. Es handelt sich um einen standardisierten Test den jeder mit jedem beliebigen Fahrzeug wiederholen kann, ein Trabant 601 bestand den Test mit 75 km/h, mehr Informationen bei Wikipedia.
https://de.wikipedia.org/wiki/Elchtest

ESP A–Klasse

Die Folgen des A–Klasse Konstruktionsfehlers ließen sich nur mit einem elektronischen Stabilitätsprogramm ESP kaschieren, der eigentlich Grund zu kurzer Radstand bei zu hohem Aufbau konnte man nicht ändern. Die Industrielobbyisten konnten die EU Kommission überzeugen das System für alle Neuwagen vorzuschreiben. Die Neuwagen wurden dadurch noch teurer ohne das es einen tatsächlichen Nutzen für den Verbraucher gab.

Diesel Debakel

Der Werbespruch von dem Unternehmen lautete „Das Beste oder nichts“, das gilt vermutlich nicht für über eine Million Fahrzeuge bei denen die Abgasmessungen vermutlich manipuliert wurden. Eine Nachrüstung wurde 2016 schon bei 247 000 Fahrzeugen in Deutschland nach Verhandlungen mit dem Bundesverkehrsminister vorgenommen. Die Untersuchungen der von 2008 bis 2016 in Europa und den USA verkauften Fahrzeuge ist nicht abgeschlossen, es gilt die Unschuldsvermutung! Im Juli 2017 gab es erneut Vorwürfe wonach die Motorenbaureihen OM642 und OM651 eine illegale Software haben sollen. Der nicht durch die Auto Lobby zu beinflussende CSU Verkehrsminister Dobrindt hatte die Daimler Vertreter eingeladen. Ich vermute es gibt keine illegale Software sondern nur legale Abschaltungen der Abgasreinigung in bestimmten Umgebungstemperaturbereichen, die „Thermofenster“ sind legal um den Motor zu schützen. Das die Fahrzeuge dann im Betrieb auf der Straße wesentlich mehr Stickoxid ausstoßen als auf dem Prüfstand ist von der Politik so gewollt.

Im Juli 2017 wurde eine freiwillige Servicemaßnahme bei 3 Millionen Diesel PKW in Europa angekündigt, der kostenlose Rückruf soll mit einem Softwareupdate aus Euro 5 Norm Dieselfahrzeuge ein Euro 6 Norm Fahrzeug machen. Die Stickoxidbelastung in europäischen Innenstädten soll dadurch reduziert werden und die Kunden könnten sich über eine Wertsteigerung freuen.

Der Ablauf scheint mir ganz grob so wie beim Elchtest zu sein.

1. „unabhängige“ legen Meßwerte vor.
2. Mercedes–Benz zweifelt die Ergebnisse an und droht mit Schadensersatzklagen wegen Verleumdung falls die Behauptungen weiter verbreitet würden. Die Deutsche Umwelthilfe bekam eine einstweilige Verfügung vom Landgericht Berlin mit der Drohung sechs Monate Haft oder 250.000 Euro Strafe falls der Eindruck erweckt wird das Abgaswerte manipuliert wurden.
3. Es werden Fahrzeuge „freiwillig“ umgerüstet

Ich begreife das überhaupt nicht, es gibt eine Abgasnorm und ein Prüfverfahren und falls Zweifel auftauchen kann man es doch erneut prüfen. Das die Werte in der Praxis andere sind mag sein, dafür gibt es keine Norm, also interessiert es auch niemanden.

C 111 Sonderausstellung

Stuttgart, Deutschland, Mercedes–Benz Museum, Mercedes–Benz C 111 Testfahrzeug
Mercedes–Benz C 111 Testfahrzeug

Die C 111 Sonderausstellung vom 28.04.2015 bis 15.11.2015 zeigte verschiedene Varianten des Versuchsfahrzeug, welches 1969 zum ersten Mal vorgestellt wurde. Die Karosserie wurde aus mit Fiberglas verstärktem Kunststoff hergestellt um Gewicht einzusparen. Die Variante 2 hatten einen Wankel Motor mit 257 kW und eine Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h. Die Türen gehen fast bis zur Mitte des Daches und öffnen sich nach oben, was natürlich spektakulär aussieht. Die Serienproduktion wurde nie aufgenommen, da es Probleme mit der Kunststoffkarosserie gab.

W 125 Rekordfahrzeug

Stuttgart, Deutschland, Mercedes–Benz Museum, Mercedes–Benz W 125 Rekordfahrzeug
Mercedes–Benz W 125 Rekordfahrzeug

Der Mercedes–Benz W 125 aus dem Jahr 1938 erreichte auf der Autobahn zwischen Frankfurt und Darmstadt die Rekordgeschwindigkeit von 432,7 km/h als Durchschnitt von zwei Läufen. Die beeindruckenden technischen Daten 12 Zylinder mit 5577 cm³ Hubraum, 541 kW Leistung bei einer Drehzahl von 5800 min¹.

Vorstandsvorsitzende

Das Unternehmen wurde von vielen Vorstandsvorsitzenden durch Fehlentscheidungen in Krisen geführt und fast vernichtet. Die Kompetenz der Manager ist äußert begrenzt, dazu kommt eine Beratungsresistenz die gefährlich ist. Der Vorstandsvorsitzende Dr. Dieter Zetsche verdiente 2014 mit allen Zuschlägen circa 8,36 Millionen Euro, das entspricht einen Stundenlohn von 4750,– €, wenn ich von 11 Monaten Arbeitszeit mit je 160 Stunden und ein Monat Urlaub ausgehe. Die genaue Anzahl der Stunden ist nur grob geschätzt, wenn man Anwesenheitszeiten, Geschäftsessen, Flugzeiten u.s.w. hinzurechnet wird der Stundenlohn wohl etwas niedriger ausfallen.
Im September 2015 äußerte sich Herr Zetsche, das es eine Chance sei 800 000 Menschen in Deutschland aufzunehmen und das diese Menschen bei Mercedes gesucht werden. Ich bin gespannt wie viele neue Mitarbeiter aus Syrien einen Arbeitsplatz in Stuttgart oder einem anderen Werk bekommen. Die Schulbildung in Syrien kennt nur 9 Jahre Schulpflicht und 17 % der Bevölkerung waren Analphabeten. Es gibt eine Studie von der OECD die besagt das 65 % der Schüler in Syrien nicht einmal Grundkompetenzen erlernen, was bedeutet das sie weder richtig schreiben, lesen oder einfache Rechenaufgaben lösen können. Eine Ausbildung können sie in Deutschland gar nicht beginnen da die nötige Ausbildungsreife fehlt. Die Schulen im Land sind überfüllt und unterrichten im Schichtbetrieb, die Fremdsprache Deutsch wird an syrischen Schulen NICHT unterrichtet. Diese und weitere Informationen bietet das Auswärtiges Amt im Internet. Ich gehe davon aus, das Herr Zetsche andere Informationen hat, mit meiner Qualifikation würde ich noch nicht einmal das Briefporto investieren um später ein Ablehnungsschreiben „vielen Dank für das Interesse an unserem Unternehmen, leider müssen wir Ihnen mitteilen, das wir zur Zeit keinen Arbeitsplatz der zu ihrer Qualifikation passt zu besetzen haben, wir wünschen Ihnen in ihrem Berufsleben weiterhin viel Erfolg...“ zu bekommen.
http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/Syrien/Kultur-UndBildungspolitik_node.html

Im April 2016 musste der Chef des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge Frank-Jürgen Weise melden das lediglich 10 bis 15 Prozent der Flüchtlinge gut qualifiziert sind. Ich denke Herr Zetsche kann diese Fachkräfte schnell im Unternehmen integrieren und den Fachkräftemangel verringern.

Restaurant und Café

Es gibt im Untergeschoss Ebene 0 ein Restaurant und ein Café die man beide besuchen kann ohne Eintritt für das Museum zu zahlen. Das Restaurant ist Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 19:00 und das Café ist Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 18:00 geöffnet.

Museum Shop

Stuttgart, Deutschland, Mercedes–Benz Museum, Museum Shop
Museum Shop

Das Museum Shop befindet sich im Bereich des Museum Ausganges, der ist jederzeit frei zugänglich auch ohne Museum Besuch, in der schön gestalteten Verkaufsfläche gibt es alles was der Mercedes–Benz Fan braucht. Es gibt viele Bücher, Kleidung, Taschen und besonders nett gemacht einen USB Stick in der Form eines Autoschlüssels. Die Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 18:00, hier eine kleine Übersicht der Artikel und Preise vom Juli 2015.

ProduktPreis € ProduktPreis €
USB Stick Pink in Autoschlüssel–Optik15,– Sporttasche82,90
Base Cap29,90 T–Shirt49,90
Perfume Damen 60 ml55,– Perfume Herren 100 ml70,–

Das gesamte Sortiment kann man auch bequem im Online Shop bestellen.
https://www.mercedes-benz-classic-store.com

Mercedes–Benz Verkauf Neufahrzeuge

Die aktuellen Mercedes–Benz Neufahrzeuge kann man sich vor Ort in einem sehr großen Verkaufsraum ansehen und auch sofort kaufen oder bestellen. Die Niederlassung hatte in der dritten Etage einen Bereich mit AMG Fahrzeugen, die noch wesentlich mehr Leistung als übliche Modelle bieten.

Besucherservice

Telefon +49 711 17 30 000
Telefax +49 711 17 30 400
e–mail classic@daimler.com

Adresse

Mercedes–Benz Museum
Mercedesstraße 100
70372 Stuttgart
Deutschland

Internet

https://www.mercedes-benz.com/museum

Fazit

Die Museum hat mir sehr gut gefallen, die acht Ebenen führen einen durch die Geschichte des Unternehmens. Die Vielzahl der Fahrzeuge und die gesamte Technik ist wirklich beeindruckend, ich würde diese Museum noch einmal besuchen.