Völklingen

Weltkulturerbe Völklinger Hütte

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Weltkulturerbe Völklinger Hütte, Völklingen, Deutschland
+ riesige Anlage, UNESCO Weltkulturerbe, gute Informationenen, 6 Kilometer Rundgang, einfache Anreise, Parken kostenlos
– nichts

Die Völklinger Hütte gehört zum Weltkulturerbe und wird von der UNESCO zu Recht so gewürdigt, hier sieht man die Industriegeschichte vom Saarland direkt in einer stillgelegten Anlage. Es ist soweit möglich alles im Originalzustand erhalten, der Ort bietet als europäisches Zentrum für Kunst und Industriekultur auch den Rahmen für Ausstellungen und Veranstaltungen. Ich hatte Ende Juni 2013 die Gelegenheit mich davon zu überzeugen, hier alle Tipps dazu übersichtlich der Reihe nach.

Informationen

Im Internet findet man auf einfachen und übersichtlichen Seiten alle nötigen Informationen zu den Besuchmöglichkeiten. Die Daten von der Gründung 1873 bis zur Stilllegung 1986 sind in den wichtigen Punkten zusammengefasst. Es gibt auf der Website Bilder, Videos und aktuelle Veranstaltungshinweise. Eine Onlinebuchung der Eintrittskarten ist möglich aber nicht erforderlich. Die Öffnungszeiten sind vom 24. März 2013 bis 2. November 2013 in der Zeit von 10:00 bis 19:00 im Winter vom 2. November 2013 bis 12. April 2014 ist in der Zeit von 10:00 bis 18:00 geöffnet. Die Anlage kann jeden Tag außer am 24.12., 25.12 und 31.12 besichtigt werden. Das ScienceCenter Ferrodrom® ist in den Wintermonaten geschlossen.

Lage

Weltkulturerbe Völklinger Hütte, Völklingen, Deutschland, Ansicht von außen
Ansicht von außen

Die gesamte Anlage kann man aus unterschiedlichen Blickwinkeln von außen betrachten, es ist im Prinzip nicht möglich das gesamte Gelände auf ein Bild zu bekommen. Der Ort Völklingen liegt circa 35 Kilometer nördlich von Saarbrücken im Südwesten Deutschlands.

Anreise Auto

Eine genaue Anfahrtbeschreibung bietet ein beliebiger kostenlose Routenplaner, es reicht „66333 Völklingen, Rathausstraße 75“ einzugeben. Beim Navigationsgerät im Auto kann man ebenfalls „66333 Völklingen, Rathausstraße 75“ eingeben. Es gibt kostenlose Parkplätze auf dem Gelände.

Anreise öffentliche Verkehrsmittel

Eine Anreise mit der Bahn und den öffentlichen Verkehrsmitteln ist hier zu empfehlen, vom Bahnhof kann man in nur gut 5 Minuten den Eingang des Besucherzentrums erreichen.

Preis

12,– €, bezahlt habe ich mit der kostenlosen girocard von der ING–DiBa.

Besucher Centrum

Weltkulturerbe Völklinger Hütte, Völklingen, Deutschland, Besucher Centrum und Shop
Besucher Centrum und Shop

Der Eingang zum Besucher Centrum ist gleich am Kreisverkehr und nicht zu verfehlen. In dem kleinen Gebäude befindet sich auch ein Shop mit Büchern und Andenken. Man bekommt zur Eintrittskarte einen Plan mit den Informationen zum Rundgang, der Eingang zur ersten Station ist dann direkt gegenüber vom Shop.

Sinteranlage

Weltkulturerbe Völklinger Hütte, Völklingen, Deutschland, Ventilatoren, Antriebe, Rohrleitungen und Lastenkran
Ventilatoren, Antriebe, Rohrleitungen und Lastenkran

Die erste Station der selbstgeführten Tour führt in die Sinteranlage. In dem Gebäude wurde ein kleiner Kinosaal eingebaut, hier gibt es einen circa 15 Minuten langen Film zur Einstimmung auf den Besuch. Das Video wurde gut gemacht und es reicht für den ersten Eindruck völlig aus. In dem Gebäude sieht man riesige Ventilatoren, Antriebe, Rohrleitungen und einen Lastenkran, in Verbindung mit dem roten Backsteinmauerwerk und der Stahlkonstruktion des Gebäudes entsteht die typische Atmosphäre die man in der gesamten Anlage findet. Da alles sehr große Dimensionen hat strahlt es etwas monumentales aus. Die Sinteranlage recycelte Reststoffe von der Eisenproduktion, die wurden dem Hochofen wieder zugeführt.

Erzhalle

Die zweite Station von dem 6 Kilometer langen Rundgang ist die Erzhalle, hier wurde das angelieferte Erz zwischengelagert.

Möllerhalle

Diese Halle war einer der ersten Stahlbetonbauten in dieser Art und wurde um 1912 gebaut, die Rohstoffe wurden hier in unterteilten Sektionen gelagert. Die Krane, nicht Kräne wie man oft liest, beluden hier die Hängebahnwagen, die dann zum Hochofen fuhren. Diese Lagerboxen werden heute als Ausstellungsräume genutzt, es werden Bilder diverser Künstler gezeigt.

Hochöfen / Winderhitzer

Weltkulturerbe Völklinger Hütte, Völklingen, Deutschland, Winderhitzer
Winderhitzer

Die Winderhitzer gehörten zu jedem der sechs Hochöfen, extrem vereinfacht kann man sagen das hier Luft erhitzt wurde um die Verbrennung zu verbessern. Ich habe mir die Anlage zwar in Ruhe angesehen und mir auch die Hinweise durchgelesen, aber den gesamten Vorgang natürlich nur grob und in Ansetzen verstanden. Die Eindrücke und Vielzahl der Informationen haben mich etwas überfordert.

Hochofen

Weltkulturerbe Völklinger Hütte, Völklingen, Deutschland, Hochofen, höchster zugänglicher Punkt
Hochofen, höchster zugänglicher Punkt

Das Highlight der Tour ist der Aufstieg zu der 45 Meter hohen Plattform von einem Hochofen. Es ist der höchste Punkt der für Besucher zugänglich ist, der Aufstieg über die Treppen ist einfach und ungefährlich, man bekommt vorher einen Helm. Der Kopfschutz macht an einigen Stellen Sinn, denn teilweise muss man hier den Kopf einziehen.

Weltkulturerbe Völklinger Hütte, Völklingen, Deutschland, Hochofen, Blick von der Plattform
Hochofen, Blick von der Plattform

Der Ausblick ist beeindruckend, von hier oben sieht man erst wie groß die Anlage ist.

Erzschrägaufzug

Weltkulturerbe Völklinger Hütte, Völklingen, Deutschland, Erzschrägaufzug
Erzschrägaufzug

Die Hängebahnwagen hatten einen eigenen Antrieb, nur auf dem Erzschrägaufzug wurden sie gezogen. Man kann als Laie nicht erahnen wie viele Tonnen die Konstruktion selber wiegt und an Last halten muss. Die Wagen sollen so viel Lärm gemacht haben, das man sie in der Stadt immer hören konnte.

Das Paradies

Weltkulturerbe Völklinger Hütte, Völklingen, Deutschland, Das Paradies, Anlagen außerhalb der Kokerei
Das Paradies, Anlagen außerhalb der Kokerei

Das Paradies, der Name verwirrt erst einmal, es wurde nicht künstlich angelegt und auch nicht geplant, es soll wohl die Natur beschreiben die hier die Anlage erobert. Diese Anlagen befinden sich in der Nähe der Kokerei, wo bei 1300 Grad Steinkohle zu Koks wurde. Die Außenanlagen wurden der Natur überlassen und ich vermute nach 500 Jahren würde man nichts mehr von der Anlage erkennen können.

ScienceCenter Ferrodrom®

Das ScienceCenter Ferrodrom® ist die sechste Station der Tour, sie befindet sich unter dem Bürohaus und dem Schrägaufzug. Die Ausstellung erklärt die vier Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde, die Geschichte der Eisenproduktion und den Betrieb der Hütte.

Gebläsehalle

Weltkulturerbe Völklinger Hütte, Völklingen, Deutschland, Gebläsehalle
Gebläsehalle

Die Gebläsehalle hat gigantische Luftpumpen, die den „Wind“ für die Hochöfen erzeugten. Massiv, riesig, beeindruckend, es sieht aus wie in einem Science Fiction Film. Der Rundgang endet hier, man geht wieder zurück zum Eingang und ist von der Tour erst einmal beeindruckt.

Eindrücke

Die Hütte habe ich bei wechselhaften Wetter bei circa 15 Grad Celsius besucht. Ich habe keinen Eindruck davon bekommen wie es mit 17 000 Menschen, die hier 1965 gearbeitet haben, bei 3 Grad Außentemperatur, leichten Nieselregen im November, heißen Öfen, Lärm, Staub, Abgasen und tristem Licht gewesen ist. Ich versuche es mir jedenfalls vorzustellen, vielleicht sollte man ein aktives Stahlwerk besuchen. Mein Respekt all denjenigen die hier viele Jahre malocht haben, bestimmt einer der härtesten Arbeitsplätze weltweit.

Kontakt

Telefon +49 6898 9100100
Telefax +49 6898 9100111
e–mail communication@voelklinger-huette.org

Adresse

Weltkulturerbe Völklinger Hütte
Europäisches Zentrum für Kunst und Industriekultur
66302 Völklingen / Saarbrücken
Deutschland

Internet

http://www.voelklinger-huette.org

Fazit

Der Besuch ist beeindruckend, ich bitte um Entschuldigung das Wort so oft benutzt zu haben, meine Eindrücke zeigen auch nur einen kleinen Teil von dem was es hier zu sehen gibt. Ich würde die Anlage gerne in ein paar Jahren noch einmal besuchen, dann weiß ich schon eher was mich erwartet und verstehe den Prozess der Eisenherstellung vielleicht etwas besser. Die Atmosphäre des Industriezeitalters ist hier einfach perfekt, Faszination pur!