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Costa del Azahar und Costa Blanca, Spanien, Mietwagen Rundreise

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Costa del Azahar und Costa Blanca, Spanien, Mietwagen Rundreise
+ abwechslungsreiche Orte, sehr schöne Landschaft, ursprüngliche Dörfer, kleine Landstraßen, preiswert
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Die beiden Küsten Costa del Azahar und Costa Blanca liegen am Mittelmeer in etwa auf der Höhe von Mallorca und Ibiza. Man sollte sich zwei bis drei Wochen Zeit nehmen und eine Rundreise mit dem Mietwagen machen. Wer sich hier nur an den Strand legt verpasst so einiges an Sehenswerten. Wenn man sich gut vorbereitet kann man vieles entdecken. Ich hoffe mein Bericht aus dem Jahr 2008 gibt einen guten Überblick und einige Tipps und macht Lust auf eine Reise.

Mietwagen

Als erstes braucht man natürlich einen Mietwagen, die sind im Internet gebucht sehr günstig. Die Preise wechseln natürlich ständig, im September 2008 hatte ich das beste Angebot bei billiger mietwagen gefunden. Den Wagen habe ich am Flughafen Valencia abgeholt und auch dort wieder abgegeben. Eine gute Karte reicht völlig aus, ein Navigationsgerät braucht man wirklich nicht. Die Ausschilderung ist wenn man ein wenig mitdenkt ausreichend. Die Autobahnen sind grundsätzlich mautpflichtig, einige Abschnitte sind aber kostenlos, z.B. die Stadtautobahnen. Es finden sich aber immer Hinweisschilder das jetzt der Mautpflichtige Abschnitt anfängt, man kann also rechtzeitig auf die Landstraße wechseln.

Valencia

Der Startpunkt meiner Reise war Valencia, die drittgrößte Stadt in Spanien. Sie eignet sich perfekt um den Mietwagen zu übernehmen und Richtung Norden bis nach Peñiscola oder Richtung Süden bis nach Cartagena zu fahren.

Peñiscola

Peñiscola, Spanien, Ausblick von der Stadt auf die Altstadt und die Burg
Peñiscola, Ausblick von der Stadt auf die Altstadt und die Burg

Das Highlight von diesem Ort ist die Burg von Peñiscola die sich auf dem Felsen befindet, die Geschichte ist hier besonders interessant, denn sie war Sitz vom Papst Luna. Er war eine Art Gegenpapst zum Vatikan. Die Anlage ist besonders gut erhalten, der Eintritt mit 3,50 € angemessen. Dazu gibt es einen kleinen Plan mit Beschreibung der Burg und auf dem Grundriss werden die einzelnen Gebäudeteile wie Haupttor, Quatiere der Dienerschaft, alte Zisterne, Palast des Papst Benedikt XIII, das Studierzimmer von Pedro de Luna, Kapelle und das Verlies beschrieben. In der Ausstellung finden sich auch Figuren mit Originalkleidung und man kann sich einen guten Eindruck vom Leben damals auf der Burg machen. Die Altstadt rund um die Burg erinnert stark an Ibiza. Es empfiehlt sich hier einen Tag für einzuplanen. Im Ort selbst gibt es auch sehr viele Restaurants. übernachtet habe ich im Ort Benicarlo im einfachen Hotel Residencia Sol ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge in die Umgebung.

Morella

Kirche von Morella, im Hintergrund die Burg
Kirche von Morella, im Hintergrund die Burg

Von Benicarlo geht es ins landschaftlich sehr schöne bergige Hinterland, die Strecke geht z.B. über Sant Mateau, Trig, Cati, Balneario la Avella nach Morella. Alle genannten Orte sind einen kurzen Stopp wert, Sant Mateau ist ein netter Ort mit für die Ortsgröße riesiger Kirche! Balneario la Avella ist bekannt für die Wasserabfüllung und die Anfahrt geht durch einen schönen alten Tunnel. Morella selbst überrascht durch den tollen Anblick den man von weitem bekommt. Die Burg trohnt über den Ort, dieses Castell de Morella ist sehr groß aber leider ist alles leer, die Anlage ist sonst aber noch gut erhalten. Der Eintritt kostet nur 2,– €. Die alten Burgmauern und die Altstadt darin sind neben der Kirche auch sehr sehenswert.

Castello de la Plana

Ein abschreckender Ort der einen unwirklichen Eindruck macht, nach langer Suche konnte ich im Centrum immerhin eine Internet Cafe 1,50 € die Stunde finden. Ein Besuch der Stadt lohnt sich nicht.

Höhlen von Sant Josep, La Vall d´Uixo

Wer gerne eine schöne große Höhle sehen möchte kann nach La Vall d´Uixo fahren und dort die teuren, 9,– €, Höhlen besuchen. Der hohe Preis liegt wohl an der Bootsfahrt die 10 Minuten geht, danach ein Spaziergang durch den trockenen Abschnitt und eine weitere Bootsfahrt zurück zum Eingang. Die gesamte Tour dauert 30 bis 40 Minuten. Die Höhle ist zum großen Teil nur mit dem Boot zu befahren und wunderbar ausgeleuchtet. Man kann sagen zum Glück mit Fotorafierverbot, so bleibt man von lästigen Blitzen verschont. Den Eintritt fand ich recht teuer, aber immerhin der Parkplatz ist kostenlos und auch die Autobahn von Valencia aus ist bis zur Ausfahrt Nummer 287 mautfrei.

Alicante

Alicante, Spanien, Explanada de España
Alicante, Explanada de España

Das Leben am Abend findet draußen statt, ein gutes Beispiel die Explanada de España die am Hafen liegt. Eine Besonderheit sind die Holzklappstühle die sich die Leute nehmen und je nach Bedarf anordnen. Hier geht jeder spazieren oder findet einen Gesprächspartner. Die gesamte Altstadt ist sehr schön und lebendig. Der Ort Alicante hat mir sehr gut gefallen, als Hotels bieten sich das Ibis Alicante und Etap Alicante an.

Alicante, Spanien, Castillo de Santa Barbara
Alicante, Castillo de Santa Barbara

Die Burg befindet sich auch hier auf einem Felsen der die Bucht überblickt. In den Reiseführern findet man den Hinweis auf den Aufzug der einem zur Burg hoch bringt. Darauf kann man verzichten, denn per PKW kann man bis zur Burg fahren und dort auch gratis parken. Meine Empfehlung gleich morgens um 10:00 noch vor den Touristenbussen ankommen. Die Burganlage ist sehr weitläufig und bietet einen tollen Ausblick auf die Stadt, zur Überraschung ist der Eintritt frei!
In der Stadt findet man viele Shoppingmöglichkeiten, erwähnenswert an der Gran Via das Carrefour Center und etwas außerhalb das San Vincente Shopping Outlet Center mit Sport, Schuh und Modegeschäften.

Elche

Elche, Spanien, öffentlicher Palmengarten
Elche,öffentlicher Palmengarten

Einen schönen Tagesausflug kann man von Alicante nach Elche machen. Die Stadt zeichnet sich durch den riesigen Palmengarten aus. Der öffentliche Palmengarten ist ohne Eintritt zu besuchen und reicht auch, den in Reiseführer beschriebenen privaten Garten kann man sich sparen. Am nördlichen Ende des Parks gibt es eine große Brücke für Eisenbahn und Auto, die Bahn fährt dann in einen Tunnel und der Bahnhof befindet sich unterirdisch. Den Bahnhof sollte man deshalb mal besuchen und bis zum Gleis runter gehen. Die Kirche im Ort ist innen merkwürdig dunkel, der Turm sollte 2,– € kosten, ich habe auf den Aufstieg verzichtet. Die alte Burganlage in der Stadt wurde auch mit modernen Elementen wie Aufzüge und Glasflächen verschandelt. Auch dies meiner Meinung nach nicht sehenswert. Kurios auch meine Suche nach einem Internet Cafe, es war keins zu finden! Ein Einheimischer gab mir den Tipp es mal in der Uni zu versuchen, gute Idee leider waren die PCs dort mit einem Passwort vor ungewollten Zugriff geschützt. In der Stadt gibt es Fußgängerzonen und viele kleine Plätze die zum Verweilen einladen. Eine wirkliche nette kleine Stadt, sehenswert.

Santa Pola

Santa Pola, Spanien, Burg mit Museum des Meeres
Santa Pola, Burg mit Museum des Meeres

Nein, ich halte die Kamera gerade, die Burg wurde auf schiefen Untergrund gebaut, sie liegt im Zentrum des kleinen Ortes und bietet ein sehenswertes Museum wo man etwas über die Stadt erfährt und das Leben seit den ersten Siedlern. In der Stadt findet Samstags in der Nähe vom McDonalds ein typischer Wochenmarkt statt. Ein Besuch lohnt sich, es gibt viel Billigware und auch einige wirkliche Schnäppchen. Ein Geheimtipp ist der Leuchtturm außerhalb der Stadt. An der Straße Richtung Alicante steht ein Schild „Faro del cabo de Santa Pola“ hier biegt man rechts ab und folgt der Straße, die nur geradeaus geht circa 4 Kilometer. Der Leuchtturm ist weiträumig eingezäunt, aber links daneben gibt es einen schönen Ausblick Richtung Alicante, noch schöner wenn man rechts vom Leuchtturm bis zur Klippe geht, dann sieht man die Insel Tabarca sehr gut. Südlich von Santa Pola gibt es viel Salzgewinnung und auch weiße Flamingos haben hier ihren Lebensraum gefunden.

Tabarca

Diese Insel liegt vor Santa Pola und kann mit dem Boot für 14,– € und in nur 25 Minuten erreicht werden. Die Reiseführer umschreiben die Insel sehr geheimnisvoll, was etwas übertrieben ist. Immerhin es ist ein schöner Ausflug, die Insel ist autofrei und hat neben vielen Restaurants auch ein überteuertes Museum 2,– € Eintritt.

Murcia

Die Stadt liegt im Landesinneren und war für mich eine große Enttäuschung, ich lernte sie nur durch Stau und Parkplatzmangel kennen. Da ich die Stadtrundfahrt in Schrittgeschwindigkeit hatte, habe ich mich entschlossen gleich weiter zu fahren. Ich habe nichts Schönes entdecken können.

Cartagena

Noch schlimmer sieht es in Cartagena aus, immerhin die Autobahn von Murcia aus ist bis in die Stadt mautfrei. In der Stadt konnte ich ein Internet Cafe finden was 2,25 € die Stunde haben wollte. Ich habe darauf verzichtet und einen kleinen Stadtrundgang gemacht, leider nur viele zerfallene Häuser gesehen. Auch die Geschäfte haben zum großen Teil aufgegeben, eine Stadt in der nichts los ist.

La Manga del Mar Menor

Von Cartagena ging es weiter nach La Manga del Mar Menor, auch diese Autobahn war gratis und so war die Fahrt dahin wenigstens angenehm. Der Ort selbst war das was ich erwartet hatte. Eine ausgestorbene Geisterstadt in der es unzähliche Türme mit Ferienwohnungen gibt. Ein unwirklicher Ort in einer eigentlich schönen Landschaft. Von dort ging es wieder Richtung Norden, bis Dehes de Campoamor freie Autobahn. Eine total englisch geprägte Enklave war Torrevieja, hier ist von Spanien keine Spur.

Guardamar del Segura

Der Ort ist bekannt für die riesigen Sanddünen und wirklich man kann sehen wie hier der Sand wandert. Die Landschaft lädt zu einen anstrengenden Spaziergang ein.

Benidorm

Diese Stadt ist für einige der Traum vom Massentourismus für andere der reinste Horror. Ich gehöre zu den letzteren und habe nur mal kurz in dieser Hochhaussiedlung angehalten. Ich hatte nicht das Gefühl in Spanien zu sein.

Guadalest

Guadalest, Spanien, Siedlung auf der Bergkette
Guadalest, Siedlung auf der Bergkette

Nur ein paar Kilometer außerhalb von Benidorm ändert sich wieder alles, hier findet man tolle Landstraßen, die sich durch die bergige Landschaft schlängeln. Ich bin von der N322 aus nach Sella, Alcolecha und Benasau gefahren. Das Highlight der Tour ist die kleine Siedlung Guadalest. Auf dem Bild sind die kleinen Gebäude auf der Bergkette leider nicht so gut zu sehen, ich hoffe man bekommt aber einen Eindruck von der kleinen Siedlung. Natürlich ein Touristenhighlight, deshalb so früh wie möglich dort eintreffen.

Calpe

Calpe, Spanien, Penyal d´Ifac
Calpe, Penyal d´Ifac

Das Wahrzeicen der Costa Blanca ist der Penyal d´Ifac in Calpe. Dieser große Felsen hat sich im Laufe der Zeit zum Erkennungszeichen dieses Küstenabschnittes gemausert. Man kann ihn auch besteigen und den tollen Ausblick genießen. Direkt vor dem Berg gibt es kostenlose Parkplätze, dann geht es erst einmal zum Infocenter wo man nur in spanisch Informationen zum Felsen, der Tier und Pflanzenwelt bekommt. Der Weg geht erst ganz harmlos und bequem, aber ab den Tunnel wird es schwieriger. In Badelatschen habe ich für den Auf und Abstieg mit 15 Minuten Pause am Gipfel 2 Stunden gebraucht. Bitte nicht nach machen! Es ist wirklich sinnvoller Turnschuhe zu tragen, viele Leute fanden es aber witzig mich in den Latschen zu sehen, auch so kommt man ins Gespräch. Die beste Zeit ist natürlich gleich früh morgens bevor die ganzen Touristen kommen. Eintritt war frei! Der Ort Calpe ist auch sonst sehr schön, ich bin gleich 2 Tage hier im Hostal La Paloma 2 geblieben. Die historische Altstadt auf dem Berg ( nicht den Penyal d´Ifac ) ist sehr schön erhalten und bietet abends viele kleine Restaurants in netter Atmosphäre. Auch die Strände des Ortes sind wunderschön.

Essen

Paella, Spanien
Paella Mixta

Das Nationalgericht in Spanien ist die Paella, die ich zwar schon ab und zu probiert habe, mir aber nie geschmeckt hat. Ich weiß nicht woran es liegt, aber den harten Reis mit den wenigen Zutaten kann ich nichts abgewinnen. Vielleicht hatte ich auch immer nur Pech mit den Restaurants. Diese hier hat mit einem Mineralwasser 12,50 € gekostet. Es war in einem Restaurant im Hafen von Alicante. Mehr zu diesen schönen Center direkt am Hafen findet man auf:
http://www.panoramis.com

Reiseführer

Dumont direkt Costa Blanca und Costa del Azahar für 7,95 € bietet alle wichtigen Informationen in einem handlichen Buch. Sehr gut war die Straßenkarte mit den vorgegebenen Touren, sehr übersichtlich und Register der Orte. Ich kann diesen Reiseführer sehr empfehlen.
http://www.dumontreise.de

Fazit

Die beiden Küsten bieten sehr viel, man kann ein paar Tage an schönen Sandstränden entspannen, dann wieder schöne Ausflüge machen. Es gibt viel historisches und auch die Natur ist ein Traum. Ich kann so eine Mietwagenrundtour nur empfehlen. Die Hotels sollte man trotzdem vorher schon buchen, vor Ort verschwendet man sonst Zeit mit der Suche nach guten und günstigen Unterkünften.