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SCHUFA Holding AG

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+ einmal im Jahr kostenlos, einfach per Briefpost zu beantragen
– Formular schwierig zu finden, wenige Informationen zu den Daten, kostenlos nur wegen gesetzlicher Verpflichtung

Die SCHUFA Holding AG ist eine mächtige Institution in Deutschland, fast jeder kennt sie und fast alle Banken und Kreditdienstleister arbeiten mit ihr zusammen. Als normaler Bürger hat man mit ihr weniger zu tun, man braucht eine schufa Auskunft aber meist wenn man eine Wohnung anmieten möchte, auch sonst ist es interessant welche Daten über einem gespeichert sind. Die Auskunft erhält man einmal im Jahr völlig kostenlos, ich hatte sie im August 2012 und April 2015 beantragt, hier alle Tipps und Tricks zu der Beantragung übersichtlich der Reihe nach.

Verbraucherinsolvenzverfahren

Die Daten zu sammeln hat einen guten Grund, in den letzten Jahren lagen die Zahlen für Verbraucherinsolvenzverfahren stetig über 100 000 pro Jahr. Die Schuldenhöhe lag im Durchschnitt bei 60 000 Euro pro Person, das bedeutet also 6 000 000 000 oder 6 Milliarden Euro an Schulden die nicht zurückgezahlt werden können. Das sind die Fälle wo es zu einem totalen Rückzahlungsausfall kommt, auch sonst hat jeder 10. Bundesbürger Probleme seine finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen.

Informationen

Die Website der SCHUFA Holding AG hat eine „persönliche Adresse“ und nennt sich www.meineschufa.de, sie richtet sich an Privatpersonen. Die Gestaltung ist modern und frisch wie man es von einem dynamischen Unternehmen erwarten kann. Es gibt Bereiche wie SCHUFA–Bonitätsauskunft, SCHUFA–Auskunft Online, SCHUFA–Unternehmensauskunft oder SCHUFA–IdentSafe. Die kostenpflichtige SCHUFA–Auskunft Online wird natürlich besonders in den Vordergrund gestellt. Das es eine Datenübersicht nach § 34 BDSG kostenlos gibt sieht man hier nicht.

Preise

0,– € plus 0,70 € Porto für die Datenübersicht nach § 34 BDSG
18,50 € plus 0,70 € Porto für die Bonitätsauskunft

Antrag

Den Antrag findet man unter Service >> Formulare und Broschüren >> Vorlagen zum Download Bestellformular: Datenübersicht nach §34 Bundesdatenschutzgesetz. Es öffnet sich eine 87,4 KB große Datei mit dem Namen download.php, die erste Seite muss ausgedruckt werden, es finden sich folgende Textfelder, die mit Druckbuchstaben ausgefüllt werden müssen.

– Vorname, Name, Straße, Hausnummer, PLZ, Wohnort, Geburtsdatum, Geburtsort.
– Sonstige Angaben sind optiopnal: Geburtsname, frühere Namen, e–mail Adresse, frühere Adresse wenn sich die Anschrift in den letzten 12 Monaten verändert hat.
– Optional Aktuelle Wahrscheinlichkeitswerte (kostenlos)
– Optional Alternativ Bonitätsauskunft für 24,95 €.
– Datum und Unterschrift

Der Antrag ist damit vollständig ausgefüllt und zur Sicherheit muss man noch eine Kopie der Vorderseite und der Rückseite des gültigen Personalausweises beifügen. Wenn man den nicht hat geht auch eine Kopie vom Reisepass und eine Kopie von der Meldebescheinigung, das Postident Verfahren wird nicht angewendet. Den Brief muss man mit 0,70 € frankieren und an die folgende Adresse schicken.

SCHUFA Holding AG
Postfach 10 25 66
44725 Bochum

Antrag bei Wohnsitz im Ausland

Im April 2015 hatte ich von meinem Wohnsitz in Spanien per Briefpost das ausgefüllte Formular und eine Kopie von meinem Personalausweis eingeschickt. Da ich im Internet keine Informationen finden konnte ob die Datenübersicht auch ins Ausland versendet wird hatte ich die Adresse eines Bekannten in Deutschland angegeben. Eine Antwort erhielt ich dann nach gut einer Woche per e–mail, aus Datenschutzgründen werden Selbstauskünfte nur an den gemeldeten Hauptwohnsitz geschickt, man kann allerdings auch ausdrücklich beauftragen an eine andere Adresse zu senden. Ich hatte das ja im Prinzip schon im Begleitschreiben getan, trotzdem sollte ich das erneut mit der 10–stelligen Referenznummer per e–mail oder Briefpost machen.
Ich hatte dann eine Kopie meiner Meldebescheinigung der Stadt Madrid zusammen mit der Bitte die Datenübersicht an meinen Wohnsitz zu senden per unverschlüsselter e–mail eingeschickt.
Die schriftliche Auskunft wurde dann ein paar Tage später an meine Postanschrift in Spanien geschickt. Diese Adresse wurde aber wahrscheinlich nur bestätigt, da ich eine Miles & More Credit Card White MasterCard® von der Lufthansa® habe, diese Kreditkarte wird von der DKB Deutsche Kreditbank AG abgerechnet.

Datenübersicht nach §34 Bundesdatenschutzgesetz

Die Datenübersicht nach §34 Bundesdatenschutzgesetz wurde 8 Tage nach dem Abschicken vom Antrag per Briefpost zugestellt. Die drei A4 Seiten sind beidseitig bedruckt und übersichtlich gestaltet. Das Anschreiben enthält die persönlichen Daten mit einer SCHUFA Kundennummer und den wichtigen Hinweis das nicht zutreffende Daten telefonisch oder per Briefpost gemeldet werden können.
Die Rückseite vom Anschreiben informiert über die Aufgaben, den Vertragspartnern, den Daten die gespeichert werden und den Fristen der Datenspeicherung.

Scoring

Das SCHUFA Scoreverfahren wird genau beschrieben, die Kreditwürdigkeit setzt sich aus mehreren Faktoren zusammen. Es gibt verschiedene Risikoklassen, hier ein Überblick.

97,5 % und besser sehr geringes Risiko    80 % bis 90 %deutlich erhöhtes bis hohes Risiko
95 % bis 97,5 %geringes bis überschaubares Risiko  50 % bis 80 %sehr hohes Risiko
90 % bis 95 %zufriedenstellendes bis erhöhtes Risiko  unter 50 %sehr kritisches Risiko


Auf der Rückseite der Erklärungen von dem SCHUFA Scoreverfahren findet man eine Übersicht der letzten 12 Monate mit den übermittelten Wahrscheinlichkeitswerten. Die sind sehr interessant, so meint die SCHUFA, das ich mit 94,43 % Wahrscheinlichkeit die Beträge meiner germanwings MasterCard® Gold und VISA Gold an die Barclays Bank zurückzahlen werde. Ein paar Monate später stieg die Wahrscheinlichkeit nach Einschätzung der SCHUFA auf 97,54 %. Ende August 2012 wurde ich noch optimistischer mit 98,15 % bewertet, im Juli 2013 ging meine SCHUFA–Basisscore minimal auf 97,35 % zurück.
Im April 2015 hat sich die Basisscore auf 97,98 % leicht verbessert.

Scoring Auskunft

Die Scoring Auskunft kann man auch ausführlich bekommen, im Jahr 2013 hatte ich das kostenlos beantragt. Der 4 Seiten lange Brief kam dann eine Woche nach der normalen SCHUFA Auskunft, er enthielt z.B. Wahrscheinlichkeitswerte die an die American Express Services Limited übermittelt wurden, meine Score Werte veränderten sich vom April 2013 zum Mai 2013 von 628 auf 407, das bedeutet meine Erfüllungswahrscheinlichkeit ist von 98,31 % auf 94,49 % gesunken. Das bedeutet das ich ein zufriedenstellendes bis erhöhtes Risko für die Bank darstelle. Ernst kann man das wohl nicht nehmen, denn an meiner finanziellen Situation hat sich in 30 Tagen nichts geändert, trotzdem wurde ich schlechter eingestuft.
https://www.scoring-wissen.de

Anfragen von Unternehmen

Das dritte A4 Blatt listet alle bisherigen Anfragen von Unternehmen bezüglich meiner Kreditwürdigkeit auf. Es sind nicht nur Anfragen sondern auch Bekanntgaben das man ein Girokonto eröffnet hat oder einen Kreditkartenvertrag abgeschlossen hat.

Identitätsprüfung / Altersnachweis

kostenlose Warenprobe von Lucky Strike nach Identitätsprüfung per SCHUFA Abfrage
kostenlose Warenprobe von Lucky Strike nach Identitätsprüfung per SCHUFA Abfrage

Die Daten der SCHUFA werden von anderen Unternehmen auch zur Identitätsprüfung genutzt, im Juli 2013 gab es von der British American Tobacco Industrie GmbH Gruppe eine Aktion mit einer kostenlosen Packung Lucky Strike, da Zigaretten nicht an Minderjährige verkauft werden dürften musste man einwilligen, das die Daten bei der SCHUFA überprüft werden. Die Registrierung für die Werbeaktion ging in wenigen einfachen Schritten.

– Angabe von Anrede, Vorname, Name, Straße, Hausnummer, Adresszusatz, PLZ, Ort, Geburtstag, e–mail Adresse, welche Cigarettenmarke man aktuell raucht und wie man über die Lucky Strike Aktion erfahren hat und die Zustimmung zur SCHUFA Abfrage.
– Die Registrierung musste per Klick auf einen Link, den man per e–mail erhält bestätigt werden.
– Auswahl einer der Lucky Strike Sorten: Original Red, Straight Red, Blue oder Straight Blue.
– Nach 11 Tagen war die gewählte Schachtel Lucky Strike Original Red bei mir im Briefkasten.

Ich bin selber Nichtraucher und werde die Packung lieber verschenken, die Warnhinweise wie „Rauchen kann zu einem langsamen und schmerzhaften Tod führen“ oder auch nur kurz „Rauchen kann tödlich sein“ schrecken mich ab. Die 19 Zigaretten in der Schachtel haben in Deutschland im Juli 2013 einen Verkaufswert in Höhe von 5,10 €.
https://www.lucky-strike.de

kostenlose Warenprobe von PALL MALL nach Identitätsprüfung per SCHUFA Abfrage
kostenlose Warenprobe von PALL MALL nach Identitätsprüfung per SCHUFA Abfrage

Die Aktion wurde von PALL MALL in ähnlicher Weise angeboten, auch hier gab es nach zwei Wochen eine Schachtel Pall Mall Neo Zigaretten gratis. Ich hatte sie Mitte August 2013 bestellt und Anfang September per Briefpost bekommen. Nach 10 Tagen erhält man noch eine e–mail mit einer Einladung zu einer Umfrage mit nur 4 Fragen und einem Textfeld für Anregungen, zusätzlich kann man an einen Gewinnspiel teilnehmen. Es gibt 10 Cigaretten–Abos zu gewinnen, dafür muss man sich nur einen Werbespruch einfallen lassen, z.B. „Pall Mall Neo schmeckt wie .. eine Zigarette schmecken sollte, einfach perfekt!“. Ich würde vom Konsum aber trotzdem eher abraten, die Hinweise auf den Verpackungen wie „Rauchen kann die Spermatozoen schädigen und schränkt die Fruchbarkeit ein“ sind deutlich. Die 19 Zigaretten in der Schachtel hatten in Deutschland im September 2013 einen Verkaufswert in Höhe von 4,80 €.
https://www.pallmall.de

Kostenlose Zigaretten 2014

Die Aktion mit den kostenlosen Zigaretten gibt es auch im Jahr 2014, diesmal Lucky Strike Straight und Vogue Super Slim. Ende April 2014 hatte ich eine Warenprobe Vogue La Cigarette ohne Zusätze bestellt. Der Hinweis das keine Zusätze enthalten sind bedeutet nicht, das es sich um eine risikoärmere Zigarette handelt, es findet sich auch hier ein Warnhinweis auf der Packung „Rauchen kann tödlich sein“. Die Bestellung ging mit den Angaben: Anrede, Vorname, Name, Straße Nummer, Adresszusatz, PLZ, Ort, Geburtstag, e–mail Adresse, Welche Zigarettenmarke man aktuell raucht, welche Sorte, wie man über die Aktion erfahren hat sonstige, Coupon, Internet, Freunde, Plakat, Promotion oder Tabakhändler, Einwilligungsbestätigung 1. von British American Tobacco Werbung und Warenproben zu erhalten 2. Werbung per e–mail zu erhalten 3. SCHUFA Identitätsprüfung. Die Bestellung wird mit der Eingabe von einem 5–stelligen Sicherheitscode und des Klicken eines Bestätigungs Links in der e–mail abgeschlossen.
https://friends-of-dark.lucky-strike.de/Registration/ https://www.vogue-cigarettes.de (wurde abgeschaltet)

Kontakt

Telefon +49 611 92780 Montag bis Freitag von 10:00 bis 20:00 zu erreichen
Telefax +49 611 92 78 109
e–mail meineSCHUFA@SCHUFA.de

Adresse

SCHUFA Holding AG
Kormoranweg 5
65201 Wiesbaden
Germany

Internet

http://www.meineschufa.de

Fazit

Die SCHUFA hat einen schlechten Ruf der sich durch das „schwer auffindbare“ kostenlose Formular bestätigt. Die Auskunft über die eigenen ohne große Zustimmung gesammelten Daten muss kostenlos sein, zum Glück sieht das der Gesetzgeber ebenso. Eine Institution wie die SCHUFA ist aber trotzdem unverzichtbar denn eine gute Bonität ist bei jedem Geschäft wichtig. Ich kann jedem nur empfehlen sich die persönliche Auskunft einmal im Jahr ausstellen zu lassen.